Freitag, 16. September 2016

Solutions 24 GmbH | „On the road again“ mit dem Routenplaner

Es ist erst ein halbes Jahr her, als wir über einen Routenplaner im Internet berichtet haben, der mit einer 500 EUR teuren Mitgliedschaft auf Kundenfang geht. Damals warnte unter anderem die Polizei Niedersachsen mit dem Beitrag „Routenplaner lockt in Abofalle“ all jene, die schnell und unkompliziert eine Route im Netz finden wollten. Aktuell scheint ein neues Unternehmen das Geschäftsmodell weiterbetreiben zu wollen: die Solutions 24 GmbH ist mit online-routenplaner.to wieder unterwegs.

Solutions 24 GmbH  „On the road again“ mit dem Routenplaner

Solutions 24 GmbH verlangt 500 EUR für 24 Monate Routenplanung


Ein Navi oder Routenplaner gehört mittlerweile zum Alltag. Schnell Start- und Endpunkt eingegeben und schon wird die Dauer und Länge der Strecke in Sekundenschnelle angezeigt. Dies ist zum Beispiel mit kostenlosen Angeboten wie „Google Maps“ kein Problem. Jedoch versuchen auch manche Unternehmen aus dieser Dienstleistung Profit zu schlagen.

Die Solutions 24 GmbH bietet auf online-routenplaner.to einen kostenpflichtigen Routenplaner an. Dass mit der Nutzung hohe Kosten verbunden sind, ist auf den ersten Blick nicht unbedingt ersichtlich. Erst wenn man die gewünschte Strecke eingegeben hat, öffnet sich das Fenster, in dem neben der Eingabe der Emailadresse auch die Bestätigung der Nutzungsbedingungen erfolgen muss. Die Optik gleicht zu großen Teilen den uns bekannten Routenplaner-Portalen.

Screenshot: Solutions 24 GmbH | Homepage | 15.09.2016
Solutions 24 GmbH | Homepage | 15.09.2016

„Registrieren“ ist nicht „Bestellen“


Die Kosten sind versteckt im Kleingedruckten. Wie auf dem Bild sichtbar, steht am Rand der Vermerk: „Die 24-Monate-Mitgliedschaft kostet bei Anmeldung 500,- Euro, die Abrechnung erfolgt im Voraus.“ Weiter heißt es, dass „bei Missbrauch unseres Services mit Straf- und Zivilrechtlichen Folgen rechnen müssen.“

Die Firma Solutions 24 GmbH, laut Impressum in Westhafenplatz 1, 60327 Frankfurt ansässig) hat den Fehler gemacht, die Button-Beschriftung nicht korrekt zu setzen. Damit ein Vertrag zustande kommen kann, hätte der Button z.B. mit „Zahlungspflichtig bestellen“ betitelt sein müssen – und nicht mit „Registrieren“.

Auch das „Gewinnspiel“, was auf der Seite angeboten wird, ist mit einer Registrierung verbunden. Verbraucherdienst e.V. rät von einer Eintragung der Daten auf dieser Seite ab, sofern Sie nicht Mitglied dieses Routenplaners werden möchten.

Kontaktmöglichkeit mit dem Verbraucherdienst e.V.


Haben Sie eine Rechnung oder Zahlungsaufforderung von der Solutions 24 GmbH erhalten? Haben Sie noch weitere Fragen zu der Firma oder dem Routenplaner? Nehmen Sie Kontakt auf!

Allgemeine Informationen erhalten Sie über unser Verbrauchertelefon:
0201-176 790

oder per E-Mail:
kontakt@verbraucherdienst.com

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Für Nichtmitglieder ist es und nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz nur erlaubt Fragen allgemeiner Art zu beantworten.
Eine Einzelfallberatung ist uns nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz nur für Mitglieder erlaubt und wird durch kooperierende Rechtsanwälte durchgeführt.

Donnerstag, 15. September 2016

LottoBoxx aus Luzern - Auf der Jagd nach Teilnehmern

LottoBoxx aus Luzern mit Sitz in der Schweiz macht Jagd auf Teilnehmer für Lottotippgemeinschaften. Die Bewerbung für die Teilnahme an einer Tippgemeinschaft wurde mittels eines unerwünschten Werbeanrufs durchgeführt. Es ist bei derartigen Offerten anzuraten, den Hörer aufzulegen!

Titelbild: LottoBoxx aus Luzern - Auf der Jagd nach Teilnehmern


Unerwünschten Werbeanrufen durch LottoBoxx


In den letzten Tagen gehen häufig Verbraucherbeschwerden bei uns ein. Bei den Beschwerden dreht es sich um unerwünschte Werbeanrufe einer Firma namens „LottoBoxx“. Unerwünschte Werbeanrufe, auch sogenannte Cold Calls, sind in Deutschland gegenüber Verbrauchern untersagt. Trotzdem wird diese Untersagung von Firmen umgangen, die Ihren Sitz im Ausland haben. Eine Verbraucherin übermittelte zu Veröffentlichungszwecken Unterlagen der LottoBoxx aus Luzern. Nach Aussagen der Verbraucherin wurde diese ungefragt durch die LottoBoxx angerufen. In dem Werbegespräch soll laut der Verbraucherin der anrufende Mitarbeiter der LottoBoxx behauptet haben, dass eine Teilnahme bereits existieren soll und diese gekündigt werden kann. Nachdem die angerufene Verbraucherin die Kündigung bejaht haben soll, wurde durch den Anrufer ein Datenabgleich vorgenommen. Bei dem Datenabgleich lag laut der Verbraucherin dem Anrufer der LottoBoxx die Bankverbindung bereits vor. Bitte beachten Sie: es werden die Aussagen der Verbraucherin wiedergegeben; ob diese Aussagen der Wahrheit entsprechen, kann von hier aus nicht geprüft werden.

„Herzlich Willkommen bei der Lottoboxx“


Das uns vorliegende Anschreiben der Lottoboxx beschreibt die Teilnahme an dem Gewinnspiel. So wird der Teilnehmer in eine Art „Gemeinschaft“ vermittelt, in der monatlich max 1.080 Zahlenreihen bei der europäischen Lotterie „Euromillionen“ gespielt werden sollen.
Der Kostenpunkt: 69,00 EUR pro Monat, die via SEPA Lastschrift von einer Firma namens „Paymentworld Europe Ltd“ eingezogen werden soll. Für diese Abbuchung liegen die Kontodaten bereits vor. Die Verbraucherin, die uns diesen Fall schilderte, wollte den Vertrag laut ihrer Aussage kündigen. Ihre Briefe kamen zurück („Empfänger konnte nicht ermittelt werden“) und ihre Anrufe endeten auch bei der Ansage „Kein Anschluss unter dieser Nummer“. Auch die Webseite (lottoboxx.de) zeigt neben einer Baustelle nur eine E-Mail-Adresse an. (Stand 14.09.2016)

„Bartleby International Ltd. sagt Danke“


Verbraucherdienst e.V. wurden die Dokumente zur Lottoboxx, inklusive der Allgemeinen Geschäftsbedingungen, zur Berichterstattung vorgelegt.
So ist den AGB zu entnehmen, dass die Firma Bartleby International Ltd. (Palm Grove House, P.O. 438, Road Town, Tortola) als Treuhänder bevollmächtigt ist. Bartleby International Ltd. vermittelt u.a. die Verträge unter den Teilnehmern der Lottogemeinschaft, der sogenannten Lottoboxx.

Die AGB sind laut unserer Einschätzung als fragwürdig anzusehen. So steht dort zum Beispiel zum Thema Beteiligung:

„Der Treugeber ( Teilnehmer ) macht der Bartley International Ltd. – auch telefonisch – ein Angebot auf Beteiligung an der Lottoboxx. Der Teilnehmer ermächtigt die Bartley International Ltd. auch ohne schriftliche Einzugsermächtigung das jeweils tätige Beteiligungsentgelt (in diesem Fall 69,- EUR monatlich) von dem angegebenen Bankkonto des Teilnehmers einzuziehen. Der Vertrag kommt weder durch schriftliche Bestätigung der Bartley International Ltd. durch Übermittlung einer Teilnahmebestätigung PDF einsetzen oder ohne dass es eine schriftliche Bestätigung bedarf- mit dem erfolgreichen Einzug des Beteiligungsentgeltes kommt.“ Quelle: AGB Lottoboxx

Über die Laufzeit bzw. die Kündigung der Lottoboxx ist Folgendes festgelegt:

„Der Vertrag gilt jeweils 3 Monate, sofern keine längere Vertragslaufzeit vereinbart worden ist. Er verlängert sich automatisch um einen weiteren Monat, wenn nicht mit einer Kündigungsfrist von 6 Wochen zum Monatsende der jeweils bzw. zum Ende der jeweils vereinbarten Vertragsdauer von einer Partei schriftlich gekündigt wird.“ Quelle: AGB Lottoboxx

Was geschieht, wenn man in der Lottoboxx gewinnt?


Am Ende des Anschreibens wird der Verbraucherin suggeriert, dass sie mit der „GZG (Geld zurück Garantie)“ auf der „sicheren Seite“ sei. Das bedeutet, dass der Teilnehmer bei einem Monat ohne Gewinn den doppelten Spieleinsatz zurück erhalten soll. Zu diesem Thema gilt es, den Punkt „Verfall von Ansprüchen“ in den AGB zu beachten. Dort heißt es:

„Sämtliche Ansprüche auf Auszahlung von persönlichen Erträgen oder etwaige Ansprüche des Teilnehmers ( Treugebers ) gegenüber der Bartley International Ltd. verfallen und erlöschen, wenn sie nicht binnen 3 Monate nach der letzten Benachrichtigung gerichtlich gegenüber der Bartley International Ltd. mit Sitz Tortola geltend gemacht werden. Die Frist beginnt nach der 1 Woche ab dem Datum des Benachrichtungsschreibens.“ Quelle: AGB Lottoboxx

Wir fragen uns, wie das gelingen soll, wenn man die Betreiber nicht erreichen kann.

Kontaktmöglichkeit mit dem Verbraucherdienst e.V.


Haben Sie auch Erfahrungen mit der Lottoboxx? Wurden Sie auch via Cold Call kontaktiert? Haben Sie auch ein Anschreiben der Bartleby International Ltd. vorliegen? Gerne können Sie uns kontaktieren.

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Dienstag, 13. September 2016

KMP Rechtsanwälte: Nachtrag in eigener Sache

Verbraucherdienst e.V. erhielt jede Menge Rückmeldungen bezüglich unseres jüngst veröffentlichten Beitrags „Warnung: Forderung der KMP Rechtsanwälte via E-Mail“ vom 08.09.2016.

Titelbild: KMP Rechtsanwälte Nachtrag in eigener Sache


Wir bedanken uns für jede E-Mail, die uns seit der Veröffentlichung erreichte. Nur dank der Hilfe unserer Mitglieder ist es möglich, uns für Themen des Verbraucherschutzes engagiert einzusetzen. Hinweise von Betroffenen und Besuchern dieses Blogs ermöglichen uns, Artikel wie zu den KMP Rechtsanwälten in der vorliegenden Form aufzubereiten und für all jene Verbraucher zu verfassen, die sich präventiv vor Betrug und Abzocke schützen wollen.

Betroffene Verbraucher melden sich zu Wort


Wir möchten an dieser Stelle einige Nachrichten von betroffenen Verbrauchern veröffentlichen.

„Wir leiten Ihnen diese E-Mail weiter, da wir im Internet schon gleiche Fälle gefunden haben und dabei Ihr Kontakt genannt wird. Diese Mail haben wir heute erhalten und haben diese angebliche Auskunftsnummer nie genutzt. Bitte um kurze Bestätigung, daß wir diese E-Mail löschen können und auch als allgemeiner Hinweis für Sie, um weitere Schritte gegen den Versender einzuleiten!“
- Herr S. aus Gelnhausen

„Danke für den veröffentlichten Artikel (…) Er brachte uns eine große Zeitersparnis.
Wir haben gestern ebenfalls eine solche E-Mail erhalten. Die gemachten Angaben können wir bestätigen. Die angeführten Firmendaten sind alle korrekt (öffentlich zugänglich). So richtig stutzig machte die IBAN. Die Summe soll nach Litauen überwiesen werden!“

- Herr D. aus Halle

„Danke für Ihre Informationsseite zu kmpinkasso.de.
Ich habe ebenfalls von denen eine Betrugs-Email erhalten, welche ich an Sie hiermit zur Information weiterleite. Ich muss zugeben, das ist der beste und ausgefeilteste Betrugsversuch, der mir bisher begegnet ist.“

- Herr J. via Email

Dies ist nur ein Auszug. Weitere Beiträge zu diesem Thema können Sie bei Interesse in den unten aufgeführten Kommentaren lesen.

Verbraucherschutz: Gemeinsam sind wir stark


Die positiven Reaktionen auf unseren Beitrag machen deutlich, dass Verbraucherschutz wichtiger denn je ist. Abzocke und Betrug werden leider immer besser in Szene gesetzt, sodass ein unbeholfener Verbraucher schnell in die Falle tappen kann. Es ist anscheinend nicht immer auf den ersten Blick erkennbar, ob es sich um ein dubioses Schreiben handelt, oder um eine gerechtfertigte Forderung. Insbesondere ist dies von Bedeutung, wenn man bisher nicht mit unseriösen Zahlungsaufforderungen in Berührung kam.

Wir vom Verbraucherdienst e.V. setzen uns dafür ein, dass unsere Mitglieder vor fragwürdigen Geschäftsgebaren geschützt werden. Um dies zu erreichen, sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen. Sonst wäre die von Verbrauchern gelobte Öffentlichkeitsarbeit nicht möglich. Ob Abofallen am Telefon oder im Internet, Spam-Faxe, Falschberatungen bei Kapitalanlagen, dubiose Branchenbucheinträge und viele weitere Themen – mit einer Mitgliedschaft stärken Sie den Verbraucherschutz.

Erfahren Sie mehr unter:
Mitglied werden bei Verbraucherdienst e.V.

Wir bedanken uns bei unseren Mitgliedern und bei jedem, der sich für unser Engagement für Verbraucherschutz interessiert. Haben Sie Fragen zu einer Mitgliedschaft im Verbraucherdienst e.V.? Scheuen Sie nicht, uns zu kontaktieren.
Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung!

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Stellungnahme | KMP-Inkasso

Verbraucherdienst e.V. erhielt eine E-Mail der KMP-Gruppe bezüglich unseres Beitrags vom 08.09.2016 mit dem Titel: "Warnung: Forderung der KMP Rechtsanwälte via E-Mail".



In dieser E-Mail distanziert sich die KMP-Gruppe von den Inkassounternehmen "KMP-Inkasso", über das wir in dem genannten Beitrag berichteten. Darüber hinaus fragte Rainer Kulpe, Wirtschaftsprüfer der KMP-Gruppe an, ob wir eine Stellungnahme bezüglich der versandten Mahnschreiben veröffentlichen können.

Stellungnahme der KMP-Gruppe bezüglich "KMP Inkasso"


„Unsere Firmenbezeichnung KMP wird von dem angeblichen Inkassounternehmen www.kmp-inkasso.de und www.kmpinkasso.de genutzt.
Dieses Inkassounternehmen ist uns nicht bekannt.
Unsere Gesellschaft firmiert unter KMP Dr. Klein, Dr. Mönstermann und Partner mbB, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Rechtsanwälte.
Wir sind eines der in der KMP-Gruppe zusammengefassten Unternehmen mit ca. 80 Mitarbeitern und Standorten in Berlin, Osnabrück und
Georgsmarienhütte und treten im Internet unter www.kmp-gruppe.de auf.
Uns erreichen zahlreiche Anrufe von Empfängern, die Mahnschreiben und Zahlungsaufforderungen einer „KMP INKASSO RECHTSANWÄLTE“,
Alte Ruhrorter Str. 42-52, 47119 Duisburg, erhalten haben.
Es besteht der Verdacht, dass dieses Unternehmen in betrügerischer Absicht Mahnschreiben versendet.
Wir distanzieren uns ausdrücklich von sämtlichen E-Mails und sonstigen Schreiben, die von diesem Inkassounternehmen versandt werden.
          Rainer Kulpe
Rechtsanwalt
Wirtschaftsprüfer“


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Lesen Sie auch unseren Nachtrag zu den KMP-Inkasso Rechtsanwälten!
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