Freitag, 27. Mai 2016

DDC-Creativ Medien | Bad Kreuznach

Der Gewerbetreibende Herr R. ist Mitglied von Verbraucherdienst e.V. und wandte sich mit Rechnungen der Firma DDC-Creativ Medien aus Bad Kreuznach an uns. Laut der Aussage von Herr R. war ihm nicht bewusst, dass er einen kostenpflichtigen Vertrag abgeschlossen hatte. Weil er die Rechnungen nicht beglich, trat infolgedessen das Inkassobüro AktivaInkasso GbR an ihn heran, um die offene Forderung geltend zu machen.

Bild DDC-Creativ Medien Info-Telefon

DDC-Creativ Medien – Keine Anzeigenverkäufe im Auftrag der Stadt


Es geht um insgesamt 473,62 EUR. So viel soll der Gewerbetreibende Herr R. an das Unternehmen DDC-Creativ Medien aus Bad Kreuznach zahlen – für Anzeigen in einem Folder.

Laut der Aussage des Gewerbetreibenden wurde an Herrn R. von der Medien- & Werbeagentur DDC-Creativ Medien aus Bad Kreuznach ein Fax zugestellt. Dieses Schreiben stellt anscheinend eine Offerte dar. Ohne große Erläuterungen, warum der Gewerbetreibende Herr R. dieses Angebot erhält, werden die sogenannten Auftragsbedingungen genannt. So soll ein „Objekt“ an u.a. an öffentliche Einrichtungen und Behörden ausgeliefert werden. Das Objekt soll quartalsweise verteilt werden und eine Auflage von mindestens 800 Exemplaren haben.

Herr R. ging laut eigener Schildung davon aus, dass es sich bereits um ein bestehendes Vertragsverhältnis handeln würde und sendete das Fax ausgefüllt an die DDC-Creativ Medien zurück. Das Zurücksenden stellte aber keinen keinen Datenabgleich dar, sondern ein Anzeigenauftrag.


Zahlungsaufforderung durch AktivaInkasso


Nachdem Herr R. die Rechnungen für den Anzeigenauftrag nicht bezahlte, meldete sich das Inkassounternehmen AktivaInkasso GbR, ebenfalls aus Bad Kreuznach, um den offenen Betrag einzufordern. Die Ass. jur. Eliane Becker-Lerner AktivaInkasso GbR fordert insgesamt 614,06 EUR; hinzu kommen Inkasso-Gebühren, Mahn- und Rücklastgebühren und eine Porto/Auslagepauschale.

Jedes Inkassobüro muss gemäß §10 Rechtsdienstleistungsgesetz (RDG) registriert sein. AktivaInkasso GbR ist im Rechtsdienstleistungsregister eingetragen. Somit ist das Unternehmen dazu berechtigt, Forderungen beizutreiben.

Weitere Meldungen über die Medien- & Werbeagentur DDC-Creativ Medien


Via Internetrecherche stößt man schnell auf ältere Meldungen der Städte Schortens und Passau. In den Pressemeldungen unter dem Titel „Unseriöse Verkäufer von Anzeigen unterwegs“ und „Trickbetrüger: Unseriöse Anzeigen-Verkäufer unterwegs“ zur DDC-Creativ Medien wird verdeutlicht, dass es sich bei den Anzeigenverkäufern um keine beauftragte Mitarbeiter der Stadt Schortens bzw. Passau handeln soll.
Quellen:
http://www.nwzonline.de/friesland/wirtschaft/unserioese-verkaeufer-von-anzeigen-unterwegs_a_9,3,4103475635.html

http://www.genios.de/presse-archiv/artikel/PNP/20131129/trickbetrueger-unserioese-anzeigen-/29%2042325479.html


Kontaktmöglichkeiten mit dem Verbraucherdienst e.V.

Haben Sie auch Fax von der Medien- & Werbeagentur DDC-Creativ Medien oder eine Zahlungsaufforderung von der AktivaInkasso GbR erhalten? Nehmen Sie Kontakt auf, um weitere allgemeine Informationen zu erhalten.

Allgemeine Informationen erhalten Sie über unser Verbrauchertelefon:

0201-176 790

oder per E-Mail:

kontakt@verbraucherdienst.com


Für Nichtmitglieder ist es und nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz nur erlaubt Fragen allgemeiner Art zu beantworten.

Eine Einzelfallberatung ist uns nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz nur für Mitglieder erlaubt und wird durch unseren Volljuristen durchgeführt.

Mittwoch, 25. Mai 2016

FirmenABC Marketing GmbH | Erfahrungen

Das Unternehmen FirmenABC Marketing GmbH aus Freilassing betreibt unter anderem die Online-Verzeichnisse „partnerhandwerker.de“ und „firmen.tv“. Ein Gewerbetreibender legte uns eine Rechnung für einen „Top Eintrag“ über 500 EUR vor.

Bild Erfahrungen FirmenABC Marketing GmbH

Branchenverzeichnisse buhlen um Kunden

Unternehmer, Selbstständige und Freiberufler sind in der Regel daran interessiert, dass sich der Bekanntheitsgrad ihres Unternehmens erhöht. Offensichtlich eignen sich die Möglichkeiten des Internets ideal dazu, die Reichweite zu erhöhen. Einige Gewerbetreibende tun sich jedoch schwer, eine gute Google-Position für ihre Dienstleitung zu erhalten. In solchen Fällen können Branchenverzeichnisse und Online-Branchenbücher Abhilfe schaffen. Auf der Suche nach ortsansässigen Dienstleistern wie Handwerksbetrieben können solche Register hilfreich sein.

FirmenABC Marketing GmbH – Top Einträge für mehr als 500 EUR


Ob das Angebot der FirmenABC Marketing GmbH aus Freilassing für Gewerbetreibende von Nutzen ist, müssen die jeweiligen Kunden selbst beurteilen. Ein Mitglied von Verbraucherdienst e.V. und Kunde von FirmenABC legte uns eine Rechnung des Unternehmens vor, in der die Zahlung einer „einmaligen Freischaltgebühr TOP-EINTRAG PH+FTV“ gefordert wird. Für insgesamt 595,00 EUR wurden laut der Unterlagen u.a. Präsentationen auf den Plattformen „partnerhandwerker.de“ und „firmen.tv“ geschaltet. Neben Text, Fotos, Logo, Homepage soll eine E-Mail Verlinkung angezeigt werden.

Unser Mitglied wurde laut eigener Aussage von mehreren Verzeichnissen angeschrieben und auch via Cold Call angerufen. Aufgrund der zahlreichen Rechnungen und angeblichen Aufträge verlor der Gewerbetreibende den Überblick. Somit ist es für uns auch leider nicht bekannt, wie der Kontakt zur FirmenABC Marketing GmbH zustande kam. Die Internetrecherche nach dem Unternehmen brachte zutage, dass die uns vorliegende Telefonnummer der FirmenABC Marketing GmbH Ergebnisse liefert. Unter dem Portal „Tellows.de“ (http://www.tellows.de/num/086547702220) kann sich jeder selbst ein Bild machen.


Gewerbetreibende und ihre Erfahrungen mit Branchenbüchern


Andere Branchenverzeichnisse nutzen unerwünschte Telefonwerbung, sogenannte Cold Calls, um Gewerbetreibende an einen teuren Vertrag zu binden. So schilderten uns betroffene Mitglieder, dass angeblich bereits ein Geschäftsverhältnis zwischen den Gewerbetreibenden und uns bekannten Branchenbüchern bestehen würde und es einer Verlängerung und somit einer Unterschrift bedarf. In solchen Fällen stellte sich heraus, dass dies nicht gegeben war und man demzufolge einen frischen Vertrag abgeschlossen hat, der sich auch noch unter Umständen verlängert, sofern man nicht fristgerecht kündigt.

Wichtig zu wissen: Gewerbetreibende haben kein Widerrufsrecht – auch nicht bei Verkaufsgesprächen am Telefon.

Kontaktmöglichkeiten mit dem Verbraucherdienst e.V.

Haben Sie als Unternehmer, Selbstständiger oder Freiberufler Erfahrungen mit der FirmenABC Marketing GmbH? Oder haben Sie allgemeine Fragen bezüglich Branchenverzeichnissen und Onlineregistern? Rufen Sie uns an oder schreiben Sie eine Mail.

Allgemeine Informationen erhalten Sie über unser Verbrauchertelefon:

0201-176 790

oder per E-Mail:

kontakt@verbraucherdienst.com

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Dienstag, 24. Mai 2016

INTRAG Internet Regional AG | Firmeneintrag bei regional.de

Ein Gewerbetreibender legte uns einen Buchungsbeleg der INTRAG Internet Regional AG aus Kiel vor. Laut dieses Schreibens hat der Gewerbetreibende auf dem Firmenverzeichnis „regional.de“ bzw. „bayern-regional.de“ einen kostenpflichtigen Firmeneintrag gebucht. Haben Sie auch Erfahrungen mit dem Unternehmen?

INTRAG Internet Regional AG

Wer ist die INTRAG Internet Regional AG?

Laut eigener Aussage ist die INTRAG Internet Regional AG „eine der führenden Internet-Marketing-Agenturen für Kleinunternehmen und Selbständige“. Die Firma aus Kiel betreibt das Brauchenbuch „regional.de“, welches auch leicht variiert nach Bundesländern sortiert z.B. „bayern-regional.de“ oder auch „berlin-regional.de“ in Erscheinung tritt.

Auf der Firmenhomepage der INTRAG Internet Regional AG stellt das Unternehmen ihr Angebot vor: Neben dem Branchenverzeichnis (Firmeneintrag) werden unter anderem „Google My Business“ Optimierungen und Homepage-Pakete angeboten.

„Jetzt Firma eintragen!“

Die INTRAG Internet Regional AG gibt an, dass „regional.de“ eines der „ältesten und führenden Regionalportale“ Deutschlands sei. Gewerbetreibende können dort kostenlos ihr Unternehmen eintragen lassen. Direkt unter dem Anmeldeformular gibt es sogar ein wahres „Schnäppchen“, Zitat:

„Schnell sein wird belohnt:
Sind Sie heute unter den ersten 85 Anmeldungen, erhalten
Sie einen 3-monatigen gratis Permium-Eintrag im Wert von
117,- € geschenkt!“


Keine Allgemeinen Geschäftsbedingungen auf „regional.de“


Davon abgesehen, dass sich wahrscheinlich ein Buchstaberdreher (Premium-Eintrag) eingeschlichen hat, findet man auf der Seite keinerlei Allgemeine Geschäftsbedingungen. Dafür findet man auf der Homepage der Firma (http://www.intrag.de/AGB.html) folgenden Hinweis:

„Die INTRAG erbringt Ihre Leistungen ausschließlich aufgrund der nachfolgenden AGB, es sei denn, es wurde schriftlich etwas anderes vereinbart, z.B. projektbezogen oder produktspezifisch. Die AGB des Kunden finden ausdrücklich keine Anwendung.“


Weiter heißt es:

„Die Gesamtkosten des Vertrages ergeben sich aus der Laufzeit, dem monatlichen Beitrag und den einmaligen Gebühren. Alle Preise gelten zzgl. gesetzl. MwSt.

Sofern bei Verträgen mit einer Mindestlaufzeit von 12 Monaten nicht bis drei Monate vor Ablauf der Vertragslaufzeit schriftlich gekündigt wird, verlängert sich die Laufzeit jeweils um 12 Monate.“
Auf dem Firmenverzeichnis selbst sucht man nach AGB vergeblich. Somit kann nicht genau gesagt werden, welche Kosten für einen Eintrag entstehen, sobald die ersten drei kostenlosen Monate abgelaufen sind.

Dauer-Buchhaltungsbelege an unser Mitglied


Ein Mitglied von Verbraucherdienst e.V. ist Gewerbetreibender und legte uns einen Dauer-Buchhaltungsbeleg vor. Dort wird eine Buchung eines Monatsbeitrag von 19,00 EUR gezeigt für einen Vertrag von „Online-Services“, „Regio-Finder Primiumplatzierung regional.de“ - erneut eine recht eigenwillige Interpretation des Wortes „Premium“.

Angeblich soll unser Gewerbetreibende über das Portal bayern-regional der INTRAG Internet Regional AG zu finden sein. Leider fand wir das betreffende Unternehmen nicht; weder der Firmenname war im Firmenverzeichnis auffindbar noch war der Ort gelistet, in dem die Firma ihren Sitz hat.

Gerne hätte sich Verbraucherdienst e.V. auch ein Bild über die Referenzkunden der INTRAG Internet Regional AG gemacht, doch die Unterseite „http://www.regional.de/Bayern/referenzkunden.php“ zeigt leider eine Fehlermeldung.

Der Gewerbetreibende gab uns gegenüber an, dass er nicht genau weiß, wo seine Firma nun gelistet sein soll – oder wie der sein Firmeneintrag aussehen soll.

Kontaktmöglichkeiten mit dem Verbraucherdienst e.V.

Haben Sie auch Erfahrungen mit der INTRAG Internet Regional AG? Gerne können Sie uns kontaktieren. Nutzen Sie unsere Telefonnummer oder E-Mail Adresse.

Allgemeine Informationen erhalten Sie über unser Verbrauchertelefon:

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oder per E-Mail:

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Mittwoch, 18. Mai 2016

Fitnessvertrag vorzeitig kündigen

Eine aktuelle Entscheidung vom BGH legt fest, dass Verträge mit Fitnessstudios wegen eines beruflich bedingten Umzugs nicht vorzeitig gekündigt werden können. Was bedeutet das für die Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio und die dazugehörigen Verträge?

Beitragsbild: Lässt sich ein Fitnessvertrag vorzeitig kündigen?


BGH Entscheidung bezüglich umzugsbedingten Kündigungen bei Fitnessstudios


Immer wieder glauben Mitglieder, die einen Mitgliedschaftsvertrag mit einem Fitnessstudio abgeschlossen haben, dass sie ihren Vertrag bei einem Umzug vorzeitig kündigen können.
In seiner aktuellen Entscheidung hat der BGH diesem ein Ende gesetzt. Der Bundesgerichtshof entschied im dazugehörigen Urteil (Az. XII ZR 62/15)(BGH), dass keine vorzeitige Beendigung des Fitness-Vertrages aufgrund eines Umzuges aus beruflichen Gründen möglich ist. Wer solche langfristigen Verträge abschließt, um Kosten zu sparen, muss auch die entsprechenden Risiken tragen, begründen die Richter aus Karlsruhe.

Welche Bedeutung hat das BGH Urteil für Fitnessverträge?


Jene Mitglieder, die einen Fitnessvertrag abgeschlossen haben, können nur eine fristgerechte Kündigung aussprechen und müssen bis zur Beendigung der Laufzeit die vereinbarten Fitness-Beiträge leisten. Nach Ansicht der BGH-Richter fällt ein berufsbedingter Wohnortwechsel in den Verantwortungsbereich des Kunden. Deshalb besteht keine Recht auf außerordentlicher Kündigung.

Folgender Fall wurde vor dem BGH entschieden: Ein 36-jähriger Zeitsoldat hatte mit einem Fitnessstudio einen zweijährigen Vertrag abgeschlossen. Dieser Vertrag um eine Mitgliedschaft sollte sich jeweils drei Monate vor Laufzeitende um ein Jahr verlängern, sofern nicht gekündigt wurde. Monatlichen Kosten: 65 EUR und zusätzlich pro Halbjahr 69,90 EUR für ein weiteres "Trainingspaket". Weil der Soldat zunächst von Hannover nach Köln und anschließend nach Kiel und Rostock abkommandiert wurde, kündigte er den Vertrag insgesamt zehn Monate vor dem Ende der Laufzeit. Dies war nicht möglich. Nun soll er die noch ausstehenden 720 EUR nachzahlen.

Laut eines Artikels auf BILD.de zeigte sich der Anwalt des Zeitsoldaten sich enttäuscht über die Entscheidung des BGH. Angesichts von Millionen Fitnessstudio Kunden in Deutschland hatte er auf ein Urteil zugunsten der Kunden und Verbraucher gehofft. Verbraucher müssen sich anhand der Entscheidung die langfristige Bindung an das Studio bewusst machen.

Außerordentliche Kündigung eines Fitnessvertrages möglich?


Bei einem Vertrag über die Nutzung eines Fitnessstudios kann ein solcher "nicht in seinen Verantwortungsbereich fallender" Umstand zum Beispiel eine Erkrankung sein, die eine Nutzung bis Laufzeitende nicht ermöglicht. Ein weiteres Beispiel wäre eine Schwangerschaft die weitere Nutzung der Leistungen des Studiobetreibers bis zum Ende der vereinbarten Vertragslaufzeit unzumutbar machen.

Kontaktmöglichkeiten mit dem Verbraucherdienst e.V.


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oder per E-Mail:

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