Freitag, 1. Juli 2016

Prime | Rechnung im Auftrag der R.M.I.

Eine Verbraucherin leitete eine Rechnung einer Firma namens Prime an uns weiter. In diesem Schreiben wird behauptet, dass eine „kostenpflichtige Serviceleistung von R.M.I.“ genutzt wurde und somit ein Betrag von 90,00 EUR offen wäre. Haben Sie auch so ein Schreiben erhalten?

Prime  Rechnung im Auftrag der R.M.I.

Prime aus Prag für die R.M.I.


Eine Verbraucherin nahm auf Anraten der Polizei Kontakt zu uns auf, um eine ihr dubios wirkende Rechnung zu melden. Sie schreibt, dass der Rechnungsempfänger ihr Vater sei und sich das Schreiben kaum erklären könne. Eine Firma namens „Prime“ mit Sitz in Prag und einem Postfach in Petersberg (laut Briefkopf) fordert im Auftrag eines anderen Unternehmens mit dem Namen „R.M.I.“ die Zahlung einer kostenpflichtigen Serviceleistung. Genauer schreibt Prime, dass sie die offene Forderung „aufgrund Factoring“ geltend machen; das bedeutet nichts anderes, als im Auftrag die Forderungen einziehen.

Gefordert werden insgesamt 90,00 EUR. Überraschend ist die vorgegebene Zahlweise: so soll der Betrag via Einschreiben bezahlt werden. Zu diesem Zweck ist eine Postfach-Adresse in Petersberg angegeben. Insgesamt 8 Tage ist der Betrag laut des Schreibens zahlbar. Abschließend folgt dieser Hinweis: „Bei fruchtlosem Verstreichen dieser Zahlungsfrist geraten Sie in Verzug mit den entsprechenden Verzugsfolgen.“

Angebliche Serviceleistungen in Rechnung gestellt


Im Internet gibt es zahlreiche Berichte über die Forderungen der R.M.I. - meist negativer Natur. Auch Verbraucherdienst konnte bereits über angeblich offene Rechnungen berichten. Wir weisen darauf hin, dass eine Leistung wie die der R.M.I. nur dann in Rechnung gestellt werden darf, wenn eine tatsächliche Bestellung vorliegt oder eine Nutzung eindeutig vereinbart beziehungsweise erwünscht war. Nur in solchen Fällen besteht eine Zahlungspflicht.
Prime müsste in diesem Fall nachweisen, dass eine Bestellung des Vaters der Verbraucherin, die das Schreiben uns zur Verfügung stellte, vorliegt.


Prime  Rechnung im Auftrag der R.M.I.
Rechnung von Prime | 27.06.2016


Derzeit liegen uns keine weiteren Informationen zu den Rechnungen von Prime aus Prag vor. Haben Sie weitere Informationen oder auch ein Schreiben dieser Art erhalten? Sie können sich gerne bei uns melden. Nutzen Sie die unten aufgeführten Kontaktmöglichkeiten.


Kontaktmöglichkeiten mit dem Verbraucherdienst e.V.


Allgemeine Informationen erhalten Sie über unser Verbrauchertelefon:
0201-176 790

oder per E-Mail:
kontakt@verbraucherdienst.com

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Eine Einzelfallberatung ist uns nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz nur für Mitglieder erlaubt und wird durch unseren Volljuristen durchgeführt.

Mittwoch, 29. Juni 2016

Teurer Schlüsseldienst – Urteile zu hohen Kosten

Zahlreiche Verbraucher melden sich bei Verbraucherdienst e.V., um uns ihre persönlichen Eindrücke zu verschiedenen Schlüsseldienst-Anbietern zu schildern. Nicht selten werden den Kunden nach dem Öffnen eines Türschlosses überraschend hohe Rechnungen ausgestellt, die aufgrund der Notlage zähneknirschend gezahlt werden.

Teurer Schlüsseldienst – Urteile zu hohen Kosten | Wucher Rechnungen

Empfohlener Schlüsseldienst stellt teure Rechnung


Uns erreichte eine Email eines Verbrauchers. Er wollte uns seine Erfahrungen mit einem Schlüsseldienst aus Essen mitteilen. Laut eigener Aussage wurde für die benötigte Öffnung eines Schlosses über 500 EUR verlangt. Seinen Ärger drückte er in folgender Mail aus:

„Ich bin mit dem Fahrrad in Deutschland unterwegs und bin heute in eine Notsituation gekommen. Das Fahrrad schloss war defekt und ich benötigte einen Schlüssel Notdienst der auch kam und das Schloss wurde auf gefräst. Die Kosten von 534,90 Euro haben meine anfängliche gute Laune über die gelungene Reparatur dann doch sehr getrübt. Wurde meine Notsituation ausgenutzt? Bin ich klassisch einem Betrüger aufgesessen, obwohl der Dienst vom ADFC vermittelt wurde. Falls ja, gebe ich Ihnen hiermit die Adresse weiter (A.D. Schlüssel Dienst, ******** **, 45326 Essen, Steuernummer ***/***/****) um wenigstens andere vor diesem Ausnützen einer Notsituation zu bewahren.“

Verbraucherdienst e.V. konnte mit einer einfachen Google-Suche kein Unternehmen mit der Bezeichnung finden. Da ein Schlüsseldienst von guten Positionen bei der Nutzung einer Suchmaschine profitiert, war von einem Treffer auszugehen. Auch fanden wir keinen Eintrag in den üblichen Branchenverzeichnissen. Leider liegen uns keine weiteren Informationen zum „A.D. Schlüssel Dienst“ vor, um über diesen Vorfall genauer zu berichten. Anhand von diversen Beiträgen wird allerdings deutlich, dass eine zu hohe Rechnungen durchaus vor Gericht verhandelt werden kann.

Wucher beim Schlüsseldienst: Gerichte setzen Riegel vor


Anscheinend ist es keine Seltenheit, wenn Notsituationen ausgenutzt werden. So landen nicht selten Vorfälle mit hohen Wucher-Rechnungen von Schlüsselnotdiensten vor Gericht. Der kleine aber zu beachtende Unterschied liegt in der Bezeichnung: so ist ein Schlüsseldienst von einem Schlüsselnotdienst zu unterscheiden. Bei dem Letzteren können die zu zahlenden Beträge deutlich höher ausfallen.

So berichtet der NDR über ein Urteil, welches zugunsten eines Schlüsseldienstes entschieden wurde. Zwar hätte der Monteur auf den Preis hinweisen können, aber die Verantwortung liegt beim Kunden. Der beauftragte Schlüsselnotdienst berechnete 260,00 EUR statt 100,00 EUR. Freispruch – weil die Kundin in dem Fall die Preise hätte vorab vergleichen können.

Das Gegenteil war vor dem Wiesbadener Amtsgericht der Fall. Dort wurde die Rechnung eines Schlüsseldienstes über 1.350,00 EUR als „Wucher“ beurteilt . Das Unternehmen soll demzufolge 550,00 EUR an den Kunden zurückzahlen.
„Der Einsatz eines möglicherweise nicht ausreichend fachkompetenten Mitarbeiters, die Dauer der Diskussion über die Art des einzubauenden Schließzylinders und die Höhe der Vergütung können keinen Einfluss auf die erforderliche Zeitdauer haben“, teilte das Amtsgericht in der Begründung mit.

Bevor die Wucher-Rechnung ausgestellt wird ...


Betroffene Verbraucher sollten sich folgende Tipps zu Herzen nehmen:

  • Betrachten Sie „AAAA“ Firmen skeptisch. Firmen, die so eine Bezeichnung tragen, wollen womöglich in Verzeichnissen ganz vorne stehen 
  • Klären Sie vorab die Kosten. Gibt der Mitarbeiter keine konkrete Angabe, suchen Sie lieber nach dem nächsten Anbieter
  • Seriöse Schlüsseldienste fragen Sie nach einer Identifizierung, z.B. in Form eines Personalausweises. Ansonsten könnte ja jeder in die verschlossene Wohnung
  • Keine Barzahlung, keine Checks. Zahlen Sie auf Rechnung
  • Legen Sie vorab fest, dass es sich um eine reine Türöffnung handelt. Der komplette Austausch des Zylinders ist in der Regel unnötig und treibt nur die Kosten in die Höhe

Ärger mit hohen Schlüsseldienst-Rechnungen?


Haben Sie negative Erfahrungen mit Schlüsseldienst-Anbietern machen müssen? Wir berichteten bereits über das Unternehmen „Schlüsseldienst A&A“ aus Essen. Auf diesen Beitrag hin gab es zahlreiche Reaktionen von betroffenen Verbrauchern. Haben Sie Vergleichbares erlebt? Nutzen Sie die genannten Kontaktmöglichkeiten oder unseren Abzocke melden:


Kontaktmöglichkeiten mit dem Verbraucherdienst e.V.


Allgemeine Informationen erhalten Sie über unser Verbrauchertelefon:
0201-176 790

oder per E-Mail:
kontakt@verbraucherdienst.com

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Mittwoch, 22. Juni 2016

Inkasso Marco Braun GmbH – Forderung für Telefonbuchverlag GmbH

Ein Gewerbetreibender leitete ein Schreiben von der Inkasso Marco Braun GmbH an uns weiter, damit wir darüber berichten können. Diese Forderung wurde im Auftrag der Telefonbuchverlag GmbH versandt. Insgesamt sollen die laut dem Schreiben noch offenen Kosten für einen Eintrag in ein Branchenbuch in Höhe von nahezu 1.000 EUR gezahlt werden.

Inkasso Marco Braun GmbH – Forderung für Telefonbuchverlag GmbH

Inkasso Marco Braun GmbH fordert die umgehende Zahlung


Das Inkassobüro mit dem Namen Inkasso Marco Braun GmbH soll seinen Sitz in einem Bürokomplex an der Ulmenstraße in Frankfurt am Main haben. Von dort aus verschickte es eine Zahlungsaufforderung im Auftrag des Branchenverzeichnisses Telefonbuchverlag GmbH. Laut des Schreibens sollen die Dienstleistungen „Firmendarstellungen im Internet“ und „Suchmaschinenoptimierung“ die Dezember 2014 in Rechnung gestellt wurden, noch nicht beglichen worden sein.

Insgesamt verlangt Inkasso Marco Braun GmbH die Zahlung von 945,13 EUR von dem Gewerbetreibenden. Die Forderungsaufstellung ist dem Schreiben entnehmbar. So setzt sich der Betrag unter anderem aus „Forderung der Business Marketing“ (666,65 EUR) und Bearbeitungsgebühren (153,80 EUR) zusammen.
Der Betrag soll innerhalb von 10 Tagen auf eine spanische Kontoverbindung überwiesen werden.

Inkasso Marco Braun bietet darüber hinaus einen Vergleich an. So soll innerhalb der laufenden Kalenderwoche der Betrag in Höhe von 845,13 EUR – also 100,00 EUR weniger – überwiesen werden, damit die Forderung gegenüber des Mandanten als abgegolten wirkt.

Forderung für Business Marketing – Telefonbuchverlag GmbH


Zwar wird der Auftraggeber Telefonbuchverlag GmbH in dem Schreiben von Inkasso Marco Braun GmbH genannt, jedoch nicht das Branchenverzeichnis, in dem der Gewerbetreibende einen Eintrag haben soll. In der Forderungsaufstellung fiel auf, dass von einer „Forderung der Business Marketing“ die Rede war. Über ein Branchenbuch mit ähnlichen Namen („Business Marketing S.L.U.“) konnten wir bereits im Rahmen unseres Verbraucherblogs berichten. Diese betreiben von Gran Canaria aus das Branchenverzeichnis „unternehmerdaten.com“. Verbraucherdienst e.V. besuchte dieses Onlineverzeichnis, um den Firmeneintrag des Gewerbetreibenden zu überprüfen. Wir konnten trotz mehrfacher Suche keinen Eintrag finden.

Auch konnten wir keinen Eintrag im Rechtsdienstleistungsregister (Rechtsdienstleistungsregister.de, RDG) bezüglich Inkasso Marco Braun GmbH finden. Bitte beachten Sie, dass es sich bei der Firma um kein eingetragenes deutsches Inkassounternehmen handeln muss, sondern dass "Inkasso" einen Teil des Firmennamens darstellen könnte. Somit muss unter Umständen auch kein Eintrag im RDG zu finden sein.

Haben Sie auch eine Zahlungsaufforderung erhalten?


Sollten Sie als Gewerbetreibender auch ein Schreiben von dem Inkasso Marco Braun GmbH im Briefkasten vorfinden, können Sie sich gerne für weitere allgemeine Informationen an uns wenden. Oder haben Sie Erfahrungen mit dem Branchenbuch der Business Marketing (Telefonbuchverlag GmbH) aus Gran Canaria? Nutzen Sie die folgenden Kontaktoptionen.

Allgemeine Informationen erhalten Sie über unser Verbrauchertelefon:


0201-176 790

oder per E-Mail:

kontakt@verbraucherdienst.com


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Freitag, 17. Juni 2016

Maxi Win 24 | OMG Impex Forderungs BV

Vor wenigen Tagen berichtete Verbraucherdienst über Schreiben der Impex Collect OMG. Aktuell liegt ein ähnliches Schreiben von der OMG Impex Forderungs BV vor. Dem Schreiben war eine Rechnung von dem Gewinnspielservice Maxi Win 24 beigefügt – datiert auf März 2007. Haben Sie auch so ein Schreiben erhalten?

OMG Impex Forderungs BV fordert für Maxi Win 24

OMG Impex Forderungs BV fordert für Maxi Win 24


Eine Verbraucherin leitete ein Schreiben von OMG Impex Forderungs BV an uns weiter. In diesem Schreiben werden – wie zuvor bei der Impex Collect OMG – noch die Zahlung offener Beträge gefordert. Bei dem Schreiben der ähnlichen klingenden OMG Impex Forderungs BV ist neben der Forderung selbst (mit „Letzter Mahnbescheid“ übertitelt) noch eine ältere Rechnung von der Firma Maxi Win 24 beigelegt, ein Gewinnspielservice aus Berlin.

Maxi Win 24 – Was steht in der Rechnung?


Maxi Win 24 Rechnung
Scan der Rechnung von Maxi Win 24

Wie auf dem Scan ersichtlich soll das Schreiben am 17.03.2007 entstanden sein. Jedoch ist im Text davon die Rede, dass die Verbraucherin die Firma Maxi Win 24 erst am 12.03.2008 beauftragt haben soll. In diesem Fall hat die Maxi Win 24 einen guten Tipp abgegeben.
Der Gewinnspielservice Maxi Win 24 meldet laut eigener Aussage den Kunden monatlich bei über 200 Gewinnspielen an. Auf deren Website soll man sich einen Überblick verschaffen können, bei welchen Gewinnspielen man teilnehmen würde. Die angegebene Website www.maxiwin-24.de ist nicht erreichbar (Stand 16.06.2016). Auch eine Recherche im Internetarchiv zeigte keine Seite an. Zusätzlich ist die Domain frei zum Verkauf markiert, von daher können keine weiteren Informationen über Maxi Win 24 eingeholt werden.

Die Teilnahme ist nicht umsonst. So wird bei Kunden laut der Rechnung aus 2007 monatlich via Lastschrifteinzug ein Betrag in Höhe von 69,00 EUR eingezogen.

Gewinnspiel-Dienst: Wie viel wird gefordert?


Forderung von OMG Implex Forderungs BV
Forderung von OMG Implex Forderungs BV

Im Auftrag des Mandanten Maxi Win 24 verschickt die OMG Impex Forderungs BV Forderungen, in denen offene Beiträge aus dem Gewinnspiel-Dienst gefordert werden. So soll laut des Schreibens der Vertrag über das Callcenter der OMG Impex entstanden sein. Die Empfängerin soll 561,84 EUR zahlen.
Die Adresse sowie die Kontodaten der OMG Impex Forderungs BV und der Impex Collect OMG sind identisch. Haben Sie auch so eine Forderung erhalten?

Kontaktmöglichkeiten mit dem Verbraucherdienst e.V.


Allgemeine Informationen erhalten Sie über unser Verbrauchertelefon:

0201-176 790

oder per E-Mail:

kontakt@verbraucherdienst.com


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