Montag, 25. Januar 2016

Euro Inkasso AG | New Online Media Ltd.

Eine Firma namens Euro Inkasso AG scheint bei ihren versendeten Zahlungsaufforderungen unschlüssig zu sein, welche Form einer Kapitalgesellschaft sie repräsentieren. Auf dem Schreiben benennen sie sich einerseits als AG und als GmbH. In dieser Forderung aus Berlin werden nahezu 200 EUR verlangt. Wir werfen einen Blick auf den Fragen aufwerfenden Brief.

Euro Inkasso AG  New Online Media Ltd.

Euro Inkasso AG – Forderung für 300 Gewinnspiele/Win 24


Eine Verbraucherin namens Frau S. wandte sich mit einer Zahlungsaufforderung an uns. In diesem Schreiben von der Euro Inkasso AG aus Berlin werden für eine „kostenpflichtige Dienstleistung“ insgesamt 198 EUR verlangt. Im Auftrag des Mandanten New Online Media Ltd fordert Euro Inkasso, weil Frau S. sich angeblich telefonisch bei „300 Gewinnspiele / Win 24“ angemeldet hat. Frau S. Hatte laut eigener Aussage keinerlei telefonische Verträge abgeschlossen. Woher die Firma die Kontaktdaten hat, bleibt offen. Ohnehin stellen sich weitere Fragen bezüglich des Schreibens. Warum ist zum einen eine Euro Inkasso GmbH als Postbevollmächtigter angegeben und die AG als Absender? Als Registergericht hingegen wird Bern in der Schweiz genannt. Im deutschen Rechtsdienstleistungsregister sind weder die AG noch die GmbH eingetragen.

Laut unseren Recherchen besteht die Möglichkeit, dass Euro Inkasso in einem Business-Center in Berlin ein virtuelles Büro angemietet hat. Zu einem übersichtlichen Betrag unter 100 EUR pro Monat ist es möglich, eine Geschäftsadresse inne zu haben.


Weitere Verwirrung um Euro Inkasso


Als Kontaktmöglichkeiten wurde auf die Angabe einer Telefonnummer verzichtet. Stattdessen ist eine E-Mail Adresse angegeben, die aber in der Form nicht korrekt sein dürfte. Wir testeten die Adresse und stellten fest, dass sie nicht zugestellt werden konnte.

Dem Schreiben ist ein Überweisungsträger beigelegt, auf dem die Kontodaten der Inkassofirma Euro Inkasso genannt werden. Irritierend ist, dass dort eine Privatperson – Algirdas Z. - als Zahlungsempfänger angegeben ist. Dieser Herr Z. hat ein sein Konto laut der IBAN/BIC Kennung in Litauen. Wir halten an dieser Stelle fest: Sitz in Berlin, Registriert in der Schweiz, Konto in Litauen, E-Mail Adresse nicht funktionstüchtig. Frau S. Hat guten Grund, bei dieser Zahlungsaufforderung skeptisch zu werden.

Euro Inkasso droht bei Nichtzahlung der 198 EUR mit dem gerichtlichen Weg. Das bedeutet Mahnbescheid, Vollstreckungsbescheid, Zwangsvollstreckung und die Pfändung sämtlicher Bezüge – nicht zu vergessen ein Eintrag in die Schufa. Auch wenn erhebliche Zweifel an diesem Schreiben bestehen, sollten Sie Zahlungsaufforderungen durch ein Inkassounternehmen nicht auf die leichte Schulter nehmen. Weitere allgemeine Informationen erhalten Sie durch unseren Verein. Nutzen Sie die Kontaktmöglichkeiten.


Kontaktmöglichkeiten mit dem Verbraucherdienst e.V.


Allgemeine Informationen erhalten Sie über unser Verbrauchertelefon:
0201-176 790

oder per E-Mail:
kontakt@verbraucherdienst.com

Für Nichtmitglieder ist es und nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz nur erlaubt Fragen allgemeiner Art zu beantworten.
Eine Einzelfallberatung ist uns nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz nur für Mitglieder erlaubt und wird durch unseren Volljuristen durchgeführt.

Betreiber von B2B Technologies GmbH akzeptiert Verurteilung

Der Geschäftsführer der Firma B2B Technologies GmbH (Chemnitz), David Jähn, akzeptierte die Gerichtsentscheidung vor dem OLG Dresden. Es ging um die Unterlassung von der Angabe von Preisen ohne Mehrwertsteuer und angeblichen Rabatten – und zusätzlich um die irreführende Bezeichnung als angeblicher Großhandel.

Betreiber von B2B Technologies GmbH akzeptiert Verurteilung


B2B Technologies GmbH – irreführendes Angebot


Die Verbraucherzentrale Sachsen teilte in einem Beitrag auf deren Homepage am 19.01.2016 mit, dass David Jähn, der Betreiber von B2B Technologies Chemnitz GmbH, hätte die weitgehende Verurteilung vor dem OLG Dresden akzeptiert. Der Rechtsstreit zwischen der Verbraucherzentrale Sachsen und Jähn drehte sich um die irreführende Bezeichnung als Großhandel sowie Preise ohne Mehrwertsteuer und Rabatte, die eigentlich keine sind.
Die Richter des OLG Dresden fanden die Erklärung, dass eine Anmeldung nur für Gewerbetreibende möglich gewesen sei (durch Setzung eines entsprechenden Häkchens) nicht ausreichend: „Durch Häkchen lässt sich der Verbraucherschutz nicht umgehen“.
Quelle: http://www.verbraucherzentrale-sachsen.de/chemnitzer-abofallenbetreiber-akzeptiert-gerichtsentscheidung

Folgen für B2B Technologies


Laut des Artikels der Verbraucherzentrale muss David Jähn nun Auskünfte zu den Gewinnen geben. Rechtswidrig erzielte Gewinne könnten von der Verbraucherzentrale als Zahlung an den Staatshaushalt gefordert werden.
Jähn behauptete laut des Artikels, dass er nicht wüsste, wie die bei Facebook geschalteten Beiträge – und somit rechtswidrige Werbungen - zustande gekommen sind. Uns wurde von Verbrauchern und Gewerbetreibenden berichtet, dass ein Vertrag mit B2B Technologies GmbH entsteht, wenn man auf einen Banner der Firma klicken würde. So wurden in der Vergangenheit 480 EUR bei einer Laufzeit von zwei Jahren verlangt – ohne Widerrufsrecht, denn dies gelte laut B2B nicht für Gerwerbetreibende.

Habibi.de – Kostenpflichtiger Vertrag beim unüberlegten Klick


Wir haben bereits über das Geschäftsgebahren von B2B (http://verbraucherdienst.blogspot.de/2014/07/b2b-technologies-chemnitz-gmbh.html) und David Jähn berichten können. Aktuell häufen sich jedoch Anrufe von betroffenen Verbrauchern, die eine Rechnung von Habibi erhalten haben. Geschäftsführer dieses Webportals ist ebenfalls David Jähn. Angeblich sollen nach der Anmeldung auf Habibi.de viele Schnäppchen für registrierte Nutzer erwerbbar sein, doch handelt es sich hier wohl um eine mögliche Abofalle. Bei der Registrierung wird, wie Verbraucherdienst e.V. an dieser Stelle berichtet, Verträge mit einer Laufzeit von zwei Jahren geschlossen, die sich automatisch verlängern, sofern man nicht rechtzeitig kündigt. Dieses Geschäftsmodell ähnelt dem von B2B und zielt darauf ab, durch unüberlegte und unbedarfte „Klicks“ in ein teures Abo zu locken.

Weitere Infos über Habibi.de hier:
http://verbraucherdienst.blogspot.de/2015/12/habibi-media-gmbh.html


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Pro Humanis Humansponsoring GmbH

Eine Gewerbetreibende erhielt einen Besuch von einem Vertreter des Unternehmens Pro Humanis Humansponsorin GmbH. Dieser stellte der Gewerbetreibenden, die ihre Brötchen im gesundheitlichen Bereich verdient, das Konzept von Pro Humanis vor. Für die Dauer von fünf Jahren wird Werbung von dem Gewerbetreibenden auf ein Automobil platziert, welches dann gemeinnützigen Organisationen kostenfrei zur Verfügung gestellt wird. Was hat es mit diesem Geschäftsmodell auf sich? Ein kritischer Blick in das Kleingedruckte.

Pro Humanis Humansponsoring GmbH

Pro Humanis – Kritik am Geschäftsmodell


Es klingt zu gut, um wahr zu sein. Die Firma Pro Humanis stellt Institutionen wie Schulen, Sportvereinen, Kinderheimen und kulturellen Einrichtungen kostenfrei ein Fahrzeug wie einen Fiat-Van zur Verfügung – für fünf Jahre.

Die Kosten holt die Firma aus Bingen am Rhein durch Anzeigen wieder rein. Diese Werbung wird auf den besagten Autos als von der Größe her variable Anzeigenfläche an Gewerbetreibende verkauft – sogenannte Sponsoren. So geschah es auch Frau M., die sich bei uns meldete. Sie erhielt vor fünf Jahren einen Besuch von einem Vertreter der Pro Humanis Humansponsoring GmbH, der ihr das eben beschriebene Angebot unterbreitete. Die Werbung für Unternehmen sollte auf einem Auto angebracht werden, welches dann wiederum einem gemeinnützigen Verein zur Verfügung gestellt werden sollte. Sie wurde laut eigener Aussage nicht über die genauen Vertragslaufzeiten aufgeklärt, aber schloss den Vertrag dennoch ab – der vordergründig gute Zweck hatte sie überzeugt.

Eigennützige statt gute Zwecke?


Je nach Fläche auf dem Auto werden die Kosten für die Werbung berechnet. In dem Fall von Frau M. waren es insgesamt 1.000 EUR netto – bei einer Laufzeit von fünf Jahren. Laut eines Berichtes der WAZ (der Westen) kann es bei einem Auto der Pro Humanis schon zu einem Gesamtbetrag von 50.000 EUR kommen, wenn man die verkauften Werbeflächen addiert. Dabei hat das einzelne Fahrzeug einen Wert von 29.000 EUR. Die Überschüsse bleiben – laut WAZ – bei Pro Humanis selbst, die sich mit ihrem Geschäftsmodell eine goldene Nase verdienen dürften.
Quelle: http://www.derwesten-recherche.org/2011/08/ein-geschaeft-mit-dem-guten-willen/

Frau M. meldete sich bei unserem Verein für Verbrauchschutz, da sie über eine erneute Rechnung der Firma Pro Humanis Humansponsoring GmbH sehr erstaunt war. Bei einem genaueren Blick auf die Rechnung fielen ihr die Kündigungsfristen auf. Dort heißt es: „Der Vertrag verlängert sich automatisch ohne Neubeantragung um weitere 5 Jahre, wenn nicht 6 Monate vor Ablauf des Vertrages schriftlich gekündigt wird“. Damit rechnete Frau M. nun nicht; sicherlich ist es ratsam, stets das Kleingedruckte in einem Vertrag zu beachten, jedoch vermisste sie die Belehrungen zur Kündigungsfrist von dem Vertreter, der sie besuchte.


Sponsoren fühlen sich getäuscht


Frau M. ist mit ihrem Schicksal nicht alleine. Die Tageszeitung General Anzeiger Bonn berichtet über ähnliche Vorfälle bei Gewerbetreibenden, die von Pro Humanis für Anzeigenschaltungen kontaktiert wurden. So wird berichtet, dass sich die Sponsoren „arglistig getäuscht“ fühlen. Ferner wird der ehrenamtliche DRK Vorsitzende und Bürgermeister Peter Wirtz zitiert: "Ich kann den Ärger der Sponsoren absolut verstehen. Ich kann nur jedem raten, mit der Firma keine Geschäfte zu machen." Quelle: http://www.general-anzeiger-bonn.de/region/siebengebirge/koenigswinter/Unternehmer-f%C3%BChlen-sich-von-Sponsoring-Firma-get%C3%A4uscht-article1146555.html

Haben Sie auch Erfahrungen mit dem Pro Humanis Humansponsoring GmbH? Gerne bietet unser Verein Betroffenen und Interessierten weitere allgemeine Informationen zu diesem Sachverhalt. Nutzen Sie unsere Kontaktmöglichkeiten.

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Freitag, 15. Januar 2016

Vodafone | BGH Entscheidung | Rechnung

Eine Drohung mit einem Schufa-Eintrag ist anscheinend für manche Firmen immer noch reizvoll, um Kunden unter Druck zu setzen. Im vergangenen Jahr traf der Bundesgerichtshof jedoch eine Entscheidung, um dieser Methode Einhalt zu gebieten. In diesem konkreten Fall drohte die Firma Vodafone mit einem Eintrag ins Schuldnerverzeichnis wegen einer nicht bezahlten Rechnung.

Vodafone  BGH Entscheidung

BGH Entscheidung: Unzulässige Drohung mit einem Schufa-Eintrag


Eine offene Rechnung ist sicherlich für beide Vertragspartner ärgerlich. Wenn jedoch bei versäumter Zahlung mit einem Eintrag in das Schuldnerverzeichnis Schufa gedroht wird, ist das laut Ansicht des Bundesgerichtshofs unzulässig. In dem Urteil vom 19. März 2015 (Az.: I ZR 157/13) gab der BGH der Verbraucherzentrale Hamburg recht, dass der Telekommunikationsanbieter Vodafone säumige Kunden unangemessen unter Druck setzte.
Ein wertvolles Urteil für Verbraucher, die sich unter Umständen von fordernden Unternehmen unfair ausgeliefert fühlen. In dem Fall Vodafone behauptete das Unternehmen gar, dass es dazu verpflichtet sei die „unbestrittene“ Forderung an die Schufa weiterzuleiten. Laut dem Gesetz ist eine Weiterleitung an die Schufa Holding AG aber nicht zulässig, wenn der Schuldner die Forderung als nicht gerechtfertigt ansieht  - und sie demzufolge „bestreitet“.

Drohen auch andere Unternehmen mit einem Eintrag?


Es ist leider nicht nur in der Mobilfunk-Branche vorgekommen, dass bei säumiger Zahlung mit einem Eintrag gedroht wird. Eine solche Eintragung ist für den Betroffenen mit zahlreichen Einschränkungen verbunden. So werden Personen, die im Verzeichnis der Schufa Holding AG auftauchen, Vertragsabschlüsse erschwert oder gar unmöglich gemacht. Das bedeutet, dass zum Beispiel die Nutzung von Online-Shopping eingeschränkt wird oder kein neuer Handy-Vertrag abgeschlossen werden kann.

Ob die Drohung oder gar die praktische Weiterleitung der Daten an die Schufa zulässig sind, lässt sich nur anhand einer genauen Prüfung sagen. Es ist anzunehmen, dass insbesondere Laien jedoch nur wenig mit der genauen Bedeutung der verwendeten Worte „unstreitig“ (siehe Vodafone) was anzufangen wissen.

Betroffene Verbraucher sollten sich im Falle einer Warnung eines Schufa-Eintrags nicht einschüchtern lassen. Stattdessen sollte man sich Hilfe holen.  Nutzen Sie unsere Kontaktmöglichkeiten! Bei Problemen mit Telefon,- Handy- und Energieverträgen u.o Rechnungen. Mitglied sein heißt – nicht allein zu sein.


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